Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum
Dienstag, 09.02.2010, 07:30 Uhr
Die Schneedecke ist auf Grund des schlechten Schneedeckenaufbaus störanfällig. Besonders kritisch sind die Übergänge von wenig zu viel Schnee, da dort die Schwachschichten in der Schneedecke leicht gestört werden können.
Allgäuer
Alpen
Ammergebirge
Werdenfelser
Alpen
Bayerische
Voralpen
Chiemgauer
Alpen
Berchtesgadener
Alpen
 
oberhalb 1800m
störanfälliger Triebschnee
tiefe und mittlere Lagen
schlechter Schneedeckenaufbau
  

Gefahrenstellen vorwiegend in den Hangrichtungen ...

Beurteilung der Lawinengefahr:
Es besteht oberhalb 1800m vom Allgäu bis zum Werdenfelser Land und in den Berchtesgadener Alpen erhebliche, in den übrigen Regionen sowie in tieferen Lagen mäßige Lawinengefahr.

Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, sind derzeit weit verbreitet. In kammnahen Steilhängen der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Süd sowie in eingewehten Rinnen und Mulden aller Hangrichtungen ist bereits bei geringer Zusatzbelastung, z. B. durch einen einzelnen Skifahrer, eine Auslösung von Schneebrettlawinen möglich. Zu beachten sind in diesen Bereichen vor allem die Übergänge von wenig zu viel Schnee. Im übrigen Steilgelände kann es auf Grund des schlechten Schneedeckenaufbaus bei großer Zusatzbelastung zur Auslösung von Schneebrettlawinen kommen.

Im sonnenbeschienenen Steilgelände sind Selbstauslösungen oberflächlicher Lockerschnee- und Schneebrettlawinen möglich. Allgemein ist nicht auszuschließen, dass oberflächliche Lawinen auf tiefere Schichten durchschlagen und so zur Bildung großer Lawinen führen.

Schneedecke:
Der Schneedeckenaufbau ist allgemein schlecht. Die Schneedecke ist vom Wind geprägt und variiert kleinräumig. Rücken und Grate sind schneearm, Rinnen und Mulden mit Triebschnee beladen. In höheren Lagen überdeckt der zuletzt gefallene Neuschnee, der selbst wenig Bindung zur Unterlage hat, die Triebschneeansammlungen. Die Schneedecke weist im Inneren mehrere Schwachschichten auf. Gebietsweise ist eine dünne Eislamelle eingelagert, die auf dem darunter liegenden, aufbauend umgewandelten Schnee leicht abgleitet. Zudem findet man örtlich Zwischenschichten aus Oberflächenreif und kantigen, bindungsarmen Schneekristallen. An der Basis der Schneedecke ist vielerorts massiv Schwimmschnee anzutreffen.

Hinweise und Tendenz:
Bis Wochenmitte bleibt es kalt ohne wesentliche Niederschläge. Trotz voransschreitender Setzung der Schneedecke entspannt sich die Lawinensituation wegen des schlechten Schneedeckenaufbaus nur langsam. Skitouren erfordern weiterhin Vorsicht und lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.


  Europäische Gefahrenstufen:

   gering mäßig erheblich groß sehr groß