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Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum
Samstag, 28.04.2012, 07:30 Uhr
Durch intensive Sonneneinstrahlung und sehr milde Temperaturen steigt die Gefahr der Selbstauslösung von Nassschneelawinen bis in die Hochlagen hinein bereits am Vormittag an. Oberhalb 2300m sind noch kleinere Triebschneeansammlungen störanfällig.
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Alpen
 
oberhalb 2300m
störanfälliger Triebschnee
unterhalb 2300m
Nassschneelawinen
  

Gefahrenstellen vorwiegend in den Hangrichtungen ...

Beurteilung der Lawinengefahr:
Es besteht in den bayerischen Alpen unterhalb 2300m eine erhebliche Lawinengefahr, oberhalb 2300m ist die Lawinengefahr als mäßig einzustufen.

Mit der starken tageszeitlichen Erwärmung und intensiven Sonneneinstrahlung ist bis in die Hochlagen hinein aus noch nicht entladenen, auch schattseitigen Einzugsgebieten mit der Selbstauslösung nasser, mittelgroßer Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen. Vor allem dort, wo es in der Altschneedecke bereits Risse und Spalten gibt, gleitet der Schnee auch am Boden ab. Aus steilen, felsdurchsetzten Hangpartien hoher Lagen ist mit oberflächlichen Lockerschneelawinen zu rechnen.

Daneben gibt es in den Hochlagen einzelne Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Nordost sowie in steilen Rinnen. Hier ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung, z.B. durch eine Skifahrergruppe ohne Abstände, die Auslösung kleinerer Schneebretter möglich.

Schneedecke:
Die milde Föhnwetterlage schmilzt die Schneedecke rapide ab. Sonnseitig ist die Schneedecke bis 1600m, schattseitig bis 1200m weitgehend ausgeapert. Trotz der nächtlichen Ausstrahlung konnte sich die Schneeoberfläche nur wenig verfestigen und ist unterhalb 2000m bereits am Morgen weich. Die Altschneedecke ist in diesen Höhenlagen bis zum Boden durchfeuchtet. Mit dem Föhn und intensiver Frühlingssonne setzt sich die Durchfeuchtung der Schneedecke weiter fort, was mit Festigkeitseinbußen verbunden ist. In den Hochlagen ist nur schattseitig noch trockener Schnee anzutreffen, oft ist die Schneeoberfläche windgepresst, Rücken und Grate sind bis zur Altschneedecke abgeblasen. In windabgewandten, kammnahen Hängen sind störanfällige Triebschneeansammlungen erhalten geblieben.

Hinweise und Tendenz:
Heute steigen bei Sonnenschein die Temperaturen in 2000m auf +18 Grad an. Es bläst ein starker Föhnwind. Unternehmungen im Gebirge, zu denen neben Ski- und Schneeschuhtouren auch Wanderung und Hüttenanstiege gehören, sollten diese Situation berücksichtigen, also früh begonnen und rechtzeitig beendet werden.

  Europäische Gefahrenstufen:

   gering mäßig erheblich groß sehr groß


7-Tages-Rückblick
(höchste regionale Stufe)

22.04.12 - 28.04.12
22.04.2012 Stufe 2 23.04.2012 Stufe 2 24.04.2012 Stufe 3 25.04.2012 Stufe 3 26.04.2012 Stufe 3 27.04.2012 Stufe 3 28.04.2012 Stufe 3
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