|
Wetterentwicklung in den zurückliegenden Tagen:
Ein Islandtief brachte vom 20. auf 21. 01. milde Temperaturen mit Regen und orkanartigen Winden auf den Bergen. Oberhalb 1700m fiel Schnee. Die Temperaturen gingen im Laufe des 21. 1. von Plus- in Minusgrade über. Der Wind lies nach. Niederschläge fielen je nach Höhenlage als Regen, Graupel oder Schnee.
In der Nacht vom 22. 01. auf 23. 01. legte sich der Wind und die Temperaturen sanken in allen Höhen unter die Nullgradgrenze.
In den Morgenstunden des 24. 1. fing es bei mäßigen Winden zu schneien an. Oberhalb 1000 m wehte gebietsweise ein stürmischer Wind aus NW. In den folgenden Tagen schneite es weiter, örtlich bis zu 80 cm bei ruhigem, kaltem Winterwetter.
Schneelage, Schneedeckensituation allgemein:
Die Schneelage in den Chiemgauer Alpen hat sich aufgrund des ergiebigen Neuschnees erheblich verbessert.
Vom 23.01. bis zum 27.01. fiel lockerer Neuschnee, der mit Graupel durchsetzt war und auf einer verharschten Altschneedecke ablagerte . Unterhalb 1000 m baute sich eine bis zu 50 cm mächtige Schneedecke auf verblasenen-vereisten und übrigengebliebenen Schneeresten auf.
Dazu wehte in den ersten Tagen ein stürmischer Wind in den Hochlagen, der den Schnee vor allem in Nord- über Ost- bis Südseiten verfrachtete. Schneeverfrachtungen sind vor allen in Rinnen und Mulden in allen Höhenbereichen vorzufinden.
Schneedeckenaufbau:
Der Neuschnee, der örtlich bis zu 80 cm Mächtigkeit aufweist, ist mit Graupel durchsetzt. Südwestseitig hat er sich bis in eine Höhe von 1500m auf abgewehten Hängen direkt am Boden abgelagert .
In den anderen Hangrichtungen liegt der Neuschnee auf einer bindungsarmen tragfähigen Harschschicht .
Zum Teil hat sich der Neuschnee schon gesetzt und verfestigt.
Unterhalb der Harschichten sind in der Altschneedecke bindungsarme, aufgebaute Zwischenschichten vorzufinden.
Am Boden liegen 5 cm Schwimmschnee, im Bereich von Sträuchern und Latschen dürften es 10-15 cm sein.
Rudolf Seeleitner
|