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Wetterentwicklung in den zurückliegenden Tagen:
Eine Woche, die mit Ausnahme von 2 Tagen, deutlich vom Föhn geprägt war. Am letzten Sonntag unterbrach ein Frontdurchgang für 1 Tag die Föhnlage und brachte geringen Niederschlag. Dabei schneite es oberhalb von ca. 1100 m, darunter regnete es. Der Neuschneezuwachs hielt sich mit 5 cm aber sehr in Grenzen. Montag bis Mittwoch regierte dann wieder der Föhn mit mehr oder weniger Sonnenschein und sehr warmen Temperaturen. Die Nullgradgrenze lag dabei meist über Gipfelniveau zwischen 1800 m und 2000 m und fiel auch in der Nacht nicht wesentlich unter den Gefrierpunkt ab. Die Föhnlage wurde meist von einem kräftigen Südwind begleitet, der Spitzen bis zu 60 km/h erreichte. Eine Schneeverfrachtung fand jedoch wegen der verharschten Schneeoberfläche kaum statt. Am heutigen Donnerstag (17.01.) wurde der Föhn wiederum von einer Front aus Westen unterbrochen und es schneite oberhalb von ca. 1000 m mit einem wiederum mäßigen Neuschneezuwachs von maximal 10 cm. Der Wind drehte dabei auf nordwestliche Richtung, blieb während des Schneefalls mit Spitzen um 20 km/h nur schwach, legte aber mit der Bewölkungsauflockerung am Donnerstagnachmittag kurzzeitig kräftig bis zu 50 km/h zu.
Schneelage, Schneedeckensituation allgemein:
Der warme Föhnwind und der leichte Regen der vergangenen Woche haben der Schneedecke unterhalb von 800 m inzwischen sehr zugesetzt. Talabfahrten sind noch in schattigen Lagen möglich, in Waldgebieten und südseitigen Hängen unterhalb von ~1000 m findet man nur noch Schneereste vor. Lediglich im relativ schneereichen Gebiet um Reit im Winkl/Seegatterl sind Talabfahrten noch problemlos. Bis 1100 m hinauf ist die Schneedecke vom Regen und Föhnwind der letzten Tage aufgeweicht, sie „trägt“ aber noch. Oberhalb 1100 m bis auf die Gipfel hinauf liegt ansteigend bis zu 10 cm Neuschnee, der ruhig gefallen ist. Ein kräftiger Nordwestwind am Donnerstagnachmittag verfrachtete in den Gipfellagen den wenigen Neuschnee und ließ kleinräumige Triebschneeablagerungen entstehen. Dieser kalt abgelagerte Triebschnee hat sich in den Gipfellagen oberhalb von ca. 1500 m nicht mit der harschigen Unterlage verbunden und geht leicht ab. Unterhalb von 1500 m wurde die harschige Unterlage so weit aufgeweicht, dass der Neuschnee sich gut verbunden hat.
Schneedeckenaufbau:
Die Schneedecke hat nach wie vor insgesamt ein stabiles Altschneefundament. Allerdings hat sich in einem Osthang bereits am Boden eine ca. 20 cm starke, weiche Schwimmschneeschicht aus kantig aufgebauten Kristallen gebildet (siehe Schneeprofil). In einem Südhang mit geringer Schneehöhe ist daher in den letzten Tagen bereits ein nasses Schneebrett wegen des instabilen Schwimmschneefundaments abgegangen. Über dem Altschnee lagert eine inzwischen gut gesetzte, kräftige Schicht aus abgebauten Schneekristallen mit einer guten Verbindung zur Altschneeschicht. Diese Schicht schliest mit einem kräftigen Harschdeckel ab, der durch Regen und anschließendem Gefrieren entstanden ist. Unter diesem Harschdeckel haben sich bereits auf ca. 5 cm kantig aufgebaute Kristalle gebildet. Der Neuschnee vom heutigen Donnerstag liegt oberhalb von ~1500 m bindungslos auf der Harschschicht auf und rutscht leicht ab. Unterhalb von 1500 m wurde die Harschschicht oberflächlich so weit aufgeweicht, dass sich der Neuschnee damit gut verbunden hat.
Thomas Färbinger
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