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Wetterentwicklung in den zurückliegenden Tagen:
Nach einem gescheiterten Versuch im Oktober hat der Winter nun auch im Chiemgau endgültig Einzug gehalten. Am vergangenen Wochenende (10./11.) begann es zunächst ab rd. 1000 m aufwärts kräftig zu schneien und erreichte ca. 40 cm. Am Sonntag ließ eine Warmfront mit Regen bis ca. 1600 m hinauf die Schneedecke zunächst wieder etwas schwinden. Die nächste Kaltfront brachte dann weitere ergiebige Schneefälle bis in die Täler herab. In Lagen oberhalb von ca. 800 m fiel bis zu 1 m Neuschnee. Nach einer kleinen Niederschlagspause kamen am Mittwoch und Donnerstag erneut ca. 40 – 50 cm Pulverschnee hinzu.
Während der Schneefälle wehte ständig ein starker Wind mit Orkanböen aus überwiegend W – NW Richtung. Lediglich der letzte Neuschnee vom Donnerstag fiel ruhig und ohne Wind.
Die Temperaturen schwankten zu Wochenbeginn noch etwas, blieben aber seit Montag bei ca. -4 bis -8° auf 1400 m.
Schneelage, Schneedeckensituation allgemein:
Die Skitourensaison kann beginnen!
Auf den Chiemgauer Bergen liegen im Durchschnitt 120 - 140 cm Schnee. Auch in den Tälern liegen je nach Höhenlage zwischen 20 und 50 cm (Reit im Winkl) – Talabfahrten sind also überall möglich. In freien Lagen wurde der Schnee durch den stürmischen Wind ungleichmäßig verteilt. Neben abgeblasenen Rücken und Graten findet man in Rinnen und Mulden durchaus auch schon 250 cm vor. Die obersten 40 – 50 cm sind locker gefallener Pulverschnee, der nun auch die abgeblasenen und felsigen Zonen überdeckt hat – hier kann es noch zu ungewolltem Steinkontakt kommen.
Der Skigenuss insgesamt hält sich allerdings in Grenzen. Der Neuschnee ist noch so grundlos, dass man erst ab ca. 30° aufwärts etwas ins Schwingen kommt. In flacheren Abschnitten wird man nur in der Aufstiegsspur oder im Schuss vorankommen. Selbst Schneeschuhgeher sinken bis zu den Knien oder tiefer in dem lockeren Schnee ein.
Schneedeckenaufbau:
Das Neuschneepaket ist auf einen warmen, aperen Boden gefallen. Nur in schattseitigen Rinnen oberhalb 1600 m waren noch einige wenige gefrorene Reste des Oktoberschnees vorhanden. Auf steilen Wiesenhängen und im Wald hat die Bodenwärme daher die untersten Zentimeter in eine Schmierschicht verwandelt. Das dicke, unter Windeinfluss gefallene Neuschneepaket enthält immer wieder Graupeleinlagen, hat sich aber insgesamt gut gesetzt. Allerdings findet sich in den oberen Schichten eine dünne, mit bloßem Auge nicht erkennbare Graupelschicht, die zum Abgang eines Rutschblockes führte. Diese eingewehte Zonen wurden dann von einer ca. 40 cm dicken, lockeren Pulverschneeschicht überdeckt.
Thomas Färbinger
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