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Wetterentwicklung in den zurückliegenden Tagen:
Das frühlingshafte Wetter der vorigen Woche fand am Montag ein jähes Ende. Eine massive Kaltfront brachte einen Temperatursturz um ca. 10 Grad. Gleichzeitig setzte zunächst mässiger und am Dienstag dann kräftiger Schneefall bis in die Täler herab ein. Wechselnd bewölkt mit einigen Schneeschauern verlief dann der Mittwoch. Nach einer teilweise klaren Nacht war der Donnerstag wiederum wechselnd bewölkt mit einigen sonnigen Abschnitten. Die Temperaturen blieben jedoch winterlich. Lediglich tagsüber kletterte das Thermometer kurzzeitig bei 1500m nahe an die Nullgradgrenze heran. Während des Schneefalls wehte ein mässiger Wind um ca. 30 km/h aus überwiegend nord- bis nordwestlicher Richtung.
Schneelage, Schneedeckensituation allgemein:
So viel Schnee hatte der Chiemgau die ganze Wintersaison noch nie!! In den Tälern fielen bis ca. 30 cm und in den Gipfellagen erreichte die durchschnittliche Neuschneehöhe bis zu 60 !! cm. Wegen des mässigen Windes ist allerdings in Mulden geringfügig mehr Neuschnee anzutreffen als in Kamm- und freien Lagen. Die Neuschneequalität läßt allerdings etwas zu wünschen übrig. Bis auf reine schattige Nordseiten ist der Schnee in allen Höhenlagen ziemlich pappig und daher schwer zu fahren. Gleichzeitig sinkt man ziemlich weit ein, was den Skigenuß zusätzlich trübt. Die starke Sonneneinstrahlung im März und die rasch kletternden Temperaturen tagsüber bei Sonnenschein haben diesen Umstand leider bewirkt. Sonnseitig wird sich bei klarer Nacht sogar ein leichter Harschdeckel bilden. Die Talabfahrten sind bis auf weiteres überall möglich. Auch auf den bisher ausgeaperten sonnseitigen Hängen ist die Schneelage so ausreichend, dass man ohne Bodenberührung Skifahren kann.
Schneedeckenaufbau:
In sonnseitigen Hängen liegt das Neuschneepaket bis in die Gipfellagen hinauf direkt auf dem aperen Boden auf. Die Bodenwärme hat in den untersten Schichten bereits eine leichte Schmierschicht entstehen lassen. Selbstauslösungen auf steilen sonnseitigen Wiesenhängen konnten jedoch noch nicht beobachtet werden.
In schattseitigen Hängen oberhalb von rund 1300 m liegt das Neuschneepaket auf einer unterschiedlich mächtigen Altschneedecke auf. Der pappige Neuschnee hat sich dabei gut mit dem Altschnee verbunden.
Im Neuschneepaket selbst sind zwei dünne Schwachschichten vorhanden:
- ca. 15 cm unter der Oberfläche eine dünne eingeschneite Graupelschicht
- ca. 25 cm unter der Oberfläche eine dünne Oberflächenreifschicht, die während eines kurzen nächtlichen Aufklarens Dienstagnacht entstanden sein dürfte.
Beim Blocktest konnte jeweils nur ein unvollständiger Block mit rauher Gleitfläche zum Abgleiten gebracht werden.
Thomas Färbinger
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