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Wetterentwicklung in den zurückliegenden Tagen:
Der Chiemgau lag in der vergangenen Berichtswoche meist im Grenzbereich zwischen dem russischen Kältehoch und einem Italientief. Das bedeutete ein Mix aus Sonne und Wolken sowohl mit sonnigen als auch diffusen bis bewölkten Tagen. Dabei flockte es lediglich am Dienstag leicht aus, viel mehr als 5 cm Neuschnee kamen jedoch nicht zusammen. Der Mittwoch und teilweise der Donnerstag zeigten sich dann von ihrer sonnigen Seite.
Die arktische Kälte traf dabei auch den Chiemgau mit voller Wucht - auf den Bergen verharrte das Thermometer hartnäckig bei eisigen -20°C, sowohl bei Tag als auch in der Nacht. Erst am Mittwoch kam es zu einer kurzfristigen Frostabschwächung und oberhalb einer Inversionsschicht bei ca. 1300 m stieg die Temperatur tagsüber sogar auf bis zu -3° Grad an. Mit einer kleinen Kaltfront fiel die Temperatur am heutigen Donnerstag jedoch schon wieder auf ein frostiges Level von ~-12° ab.
Dazu wehte ein teils unangenehmer Wind aus östlichen Richtungen bis zu 30 km/h, so dass Diejenigen, die sich nicht von Aktivitäten abhalten ließen, einer gefühlten Temperatur von bis zu -40°C ausgesetzt waren.
Schneelage, Schneedeckensituation allgemein:
Mit der Kälte hat sich an der Schneelage kaum was verändert. Auf den Bergen sind Schneehöhen um die 2 m anzutreffen, auch in den Tälern kann man mit Höhen zwischen 20 und 80 cm rechnen - Talabfahrten sind somit überall möglich. An sonnseitigen Hängen hält sich nach wie vor ein unangenehmer und nur mit großer Anstrengung fahrbarer Harschdeckel. Aber auch oberhalb der Waldgrenze hat sich mit dem Ostwind eine teils windgepresste und ebenfalls unangenehm fahrbare Oberfläche gebildet. In windgeschützten Schattenhängen kann man allerdings noch lockeren Pulverschnee vorfinden mit entsprechendem Abfahrtsvergnügen, falls er noch nicht verspurt wurde.
Schneedeckenaufbau:
Die Schneedecke im Chiemgau ist insgesamt derzeit als sehr stabil einzustufen. Die Altschneedecke ist kompakt mit mehreren eingelagerten, festen Harschschichten, die sich mit abgebauten Schichten abwechseln. Auch unterhalb von ~1000 m hat sich die Schneedecke so verfestigt, dass Bodenlawinen derzeit keine Chance haben. In schattigen Lagen hat sich teilweise eine Oberflächenreifschicht gebildet, die in kammnahen, eingewehten Zonen leicht überdeckt wurde. Im obersten Drittel der Schneedecke ist ein großes Temperaturgefälle feststellbar und dadurch bilden sich direkt unterhalb der obersten Harschschicht kantige Schwimmschneekristalle, die aber derzeit noch keinen Einfluss auf die Festigkeit der Schneedecke haben. Beim Blocktest konnte auch mit großer Kraftanstrengung keine Schicht gelöst werden.
Thomas Färbinger
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